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Pokerstrategie für Anfänger

In dieser Kategorie beschäftigen wir uns mit diversen Strategien beim Poker. Diese können grundsätzlich sowohl im Online Casino als auch am realen Pokertisch angewandt werden. Stellen Sie jedoch sicher, dass nicht die Ausnahme der Fall ist.

Da sich heute die absolute Mehrheit der Spieler auf die Variante Texas Hold’em konzentriert, werden wir uns bei dieser kurzen Vorstellung der grundlegenden Strategie am Pokertisch auf diese Variante beschränken.

Die wichtigsten Komponenten der Strategie sind aber mit leichten Modifikationen auch auf andere Varianten (Stud, Draw Poker) anwendbar. Wir setzen im Übrigen voraus, dass die Grundregeln wie Setzrunden, Wertigkeit der Hände u. Ä. bekannt sind.

Verinnerlichen Sie zunächst den folgenden Satz: Poker ist ein Spiel, in dem es ununterbrochen darum geht, Informationen zu erhalten. Wer am meisten Informationen hat, gewinnt.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Informationen zu erhalten oder auch zu vermitteln. Wenn Sie diese beherrschen, wird das Ihr Ergebnis auf lange Sicht maßgeblich beeinflussen. Ihr Erfolg hängt aber auch noch von anderen Faktoren und Ihrem Umgang damit ab.

1. Die Karten

Das ist ja selbstverständlich, werden Sie sagen, wer die besseren Karten hat, gewinnt. Im Grunde stimmt das auch, zumindest wenn es zum Showdown kommt, die Spieler also ihre Karten offenlegen müssen.
 
Statistiken zufolge ist das aber nur in 25% aller gespielten Hände der Fall. In drei Viertel aller Spiele, die Sie machen, werden Sie also weder die Karten Ihres Gegners zu Gesicht bekommen noch Ihre eigenen zeigen müssen. Offenbar gibt es andere Wege, einen Pot zu gewinnen.

2. Position

Dass die Position im Poker von entscheidender Bedeutung ist, wird Ihnen jeder Spieler bestätigen. Position zu haben bedeutet, nach dem Gegner agieren zu dürfen. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, eine Hand zu kontrollieren, und Sie erhalten in jeder Setzrunde Informationen über Ihren Gegner, sodass Sie Ihr Spiel danach ausrichten können.

Setzt Ihr Gegner von vorne, repräsentiert er eine starke Hand. Glauben Sie ihm diese, können Sie Ihre Karten folden, ohne weitere Chips zu verlieren. Checkt Ihr Gegner vor Ihnen, kann das Schwäche signalisieren, aber auch eine Falle sein. Sie können dies jedoch mit einer einfachen Bet herausfinden. Foldet Ihr Gegner, gewinnen Sie den Pot, und zwar völlig unabhängig davon, welche Karten Sie halten bzw. ob Sie die besseren Karten halten. Geht er jedoch mit, hat er möglicherweise eine sehr starke Hand, erhöht er sogar, müssen Sie Ihre Hand neu bewerten, aber auch lernen, Ihren Gegner zu „lesen“, also einzuschätzen, ob er Ihnen eine Falle gestellt hat oder Sie nur einschüchtern will.

In jedem Fall haben Sie aus hinterer Position den großen Vorteil, entscheiden zu können, nachdem Ihr Gegner seine Entscheidung bereits getroffen hat. Sitzen Sie jedoch in der schlechteren Position, also vorne, können Sie versuchen, diesen Nachteil in einen Vorteil umzukehren.

Ein einfaches Beispiel: Sie sitzen im Big Blind mit Q-8, also einer äußerst mittelmäßigen Hand. Ein Gegenspieler erhöht aus mittlerer Position mit A-K, also einer der besten Starthände, die es gibt. Es wird zu Ihnen gefoldet, und Sie entscheiden sich, Ihren Blind zu verteidigen, weil Sie den Gegner für nicht sehr stark halten oder dieser sehr loose spielt, also auch mit schlechten Händen erhöhen könnte. Auf dem Flop Kommen Q-5-2. Sie setzen sofort eine Bet in Potgröße an, da Sie ja das Top Pair getroffen haben. Ihr Gegner hatte zwar die weit bessere Starthand, muss sich nun aber überlegen, ob es sich für ihn lohnt, die Hand weiterzuspielen. Da nur drei weitere Könige und Asse im Deck sind, bleiben ihm sechs Karten, mit denen er Sie noch überholen kann (so genannte Outs), wenn er Sie korrekt auf das Top Pair setzt. Hinzu kommt, dass er die Möglichkeit einkalkulieren muss, dass Sie K-Q oder A-Q halten, da Sie ja seinen Pre-Flop-Raise mitgegangen sind und damit eine starke Hand repräsentiert haben. Dadurch reduziert sich die Zahl seiner Outs möglicherweise auf drei. Damit lohnt es sich für Ihren Gegner nicht mehr, fortzusetzen, und Sie gewinnen den Pot.

Natürlich kommt es nicht allzu häufig zu einer solchen Situation, und Sie sollten den Bogen auch nicht überspannen, aber hin und wieder können Sie mit einem solchen Manöver Ihr Spiel variieren und einen zusätzlichen Pot gewinnen.

3. Bluff und Semi-Bluff

Dass wir den Bluff hier erst an dritter Stelle besprechen, zeigt Ihnen, dass er nicht ganz so wichtig ist wie allgemein angenommen wird.

Experten gehen von einer durchschnittlichen Bluffquote von 10% aus. Sie können also grundsätzlich davon ausgehen, dass eine hohe Bet auch tatsächlich eine gute Hand bedeutet. Natürlich hätten Sie den Move aus dem obigen Beispiel auch mit 9-4 machen können. Wären Sie damit all-in gegangen, hätte Ihr Gegner schwerlich nur mit Ass hoch bezahlen können.

Andererseits kennen viele Spieler diese 10%-Quote, also gehen Sie nur selten so vor, Ihre Gegner werden Ihre Bluffs ansonsten schnell durchschauen. Unter einem Semi-Bluff versteht man eine Bet mit einem starken Draw.

Nehmen wir an, Sie halten K-Q suited, also in einer Farbe, z. B. Herz. Eine gute Hand, mit der Sie schon mal einen Raise pre-Flop ansetzen können. Sie erhalten einen Call und sehen gemeinsam diesen Flop: J-T-5. Beliebige zwei der Karten sind ebenfalls in Herz. Ihr Gegner checkt und Sie setzen. Natürlich haben Sie an dieser Stelle noch nichts auf der Hand. Der Flop bringt Ihnen aber Striaght und Flush Draw. Jedes Herz vervollständigt Ihren Flush, jede 9 und jedes Ass die Straight, was Ihnen im jeden Fall eine starke Hand verschafft? Mit dieser Aussicht ist eine Bet gerechtfertigt, ja sogar angebracht, denn es kann ja durchaus sein, dass Ihr Gegner den Flop verpasst hat und foldet. Damit gewinnen Sie den Pot eben schon auf dem Flop.

4. Turnier- vs. Cash-Game-Strategie

Es mag zwar auf den ersten Blick keinen Unterschied machen, ob Sie an einem Ring Game teilnehmen oder an einem Turnier, es gibt jedoch ein paar Unterschiede, die sich dramatisch auf das Spielgeschehen auswirken können.

In einem Turnier haben Sie nur einen einzigen Chipstack. Wenn Sie diesen verlieren, scheiden Sie aus. Dadurch werden Sie ein All-in wahrscheinlich nur mit sehr guten Karten callen. Gute Spieler verstehen, die Angst ihrer Gegner auszunutzen und sich so in eine bessere Position zu bringen.

Auf der anderen Seite können Sie in einem Ring Game einfach Chips nachkaufen, wenn ein Bluff von Ihnen aufgedeckt wird oder Sie durch einen Bad Beat Ihre Chips verlieren. Das führt dazu, dass in Cash Games oft mit spekulativeren Händen gespielt und erhöht wird. Diese haben zwar vor dem Flop relativ schlechte Chancen, zu gewinnen, aber wenn sie das Board richtig treffen, gewinnen sie meist sehr große Pots.

Noch ein Beispiel: Sie halten A-K und auf dem Board liegen A-8-A-4-6. Sagen wir, ein Flush ist unmöglich, da es keine drei Karten von einer Farbe gibt. Sie setzen mit einem sehr starken Set Asse und Ihr Gegner geht all-in. Mit welchen Händen könnte er Sie schlagen? Natürlich ist es möglich, dass er mit einem Paar Achten, Vieren oder Sechsen einfach Glück gehabt und ein Full House bekommen hat. Hätten Sie aber auch auf Anhieb die mögliche Straight gesehen? Ein trickreicher Spieler ist durchaus in der Lage, mit einer Hand wie 5-7 vor dem Flop zu erhöhen, damit Stärke zu zeigen und sich mit etwas Glück eine solche Hand zusammenzubauen, die für einen Gegner kaum zu erkennen ist.

Je höher Sie in den Limits aufsteigen, desto besser werden natürlich auch Ihre Gegner. Rechnen Sie also mit allem und treffen Sie Ihre Entscheidungen immer mit Blick auf Ihre Gegner und Ihre Position. Es sei denn natürlich, Sie halten die Nuts, also die bestmögliche Hand.